Detailhandel im digitalen Zeitalter

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Die Limiten des Online-Handels

Von den Chancen des stationären Detailhandels im digitalen Zeitalter

Durch Internet und Online-Handel hat sich unser Kaufverhalten verändert. Über Smartphones ist jederzeit ein Produkt- und Preisvergleich möglich. Der Umsatz des Online-Handels wächst Jahr für Jahr. Deshalb fühlt sich der lokale Detailhandel unter Druck und spürt die Konkurrenz des Online-Handels. Allerdings hat der Verkäufer im direkten Kontakt mit dem Kunden frappante Vorteile gegenüber E-Shops. Diese gilt es gezielt zu nutzen.

In den letzten Jahren konnte man immer wieder lesen, dass Internet-Shopping den stationären Handel komplett verdränge. Diese Prognosen sind aus heutiger Sicht ziemlich überspitzt. Fakt ist, in der Schweiz liegt der Online-Anteil heute noch immer im einstelligen Prozentbereich.

Auch die Marktforscher schliessen aus ihren Studien, dass der stationäre Handel weiterhin seine Vorrangstellung behält. Sicher, wir sind heute häufig nur einen Klick vom Online-Kauf entfernt. Doch der digitale Verkauf eignet sich nicht für alle Handelswaren und schon gar nicht für jeden Konsumententyp.

Die KPMG Studie «Trends im Handel 2025» kommt zum Schluss, dass drei Viertel aller Konsumenten in Deutschland auch in Zukunft persönlich im Laden einkaufen wollen.

So ticken Konsumenten heute

Meist entscheidet sich der Konsument gar nicht zwischen Online- und Offline-Einkauf, sondern er kombiniert. Und der Detailhändler stellt sich mit einer Multi-Channel Verkaufsstrategie auf diese Verhaltensweise ein:

Beim Vergleich der bevorzugten Einkaufsform, online oder offline, ist das Ergebnis stark branchenabhängig. Während Lebensmittel noch immer eine Domäne des stationären Verkaufs sind (Online 2%), erreicht der Onlineanteil bei Elektrogeräten bereits über 50%. Quelle: Trends im Handel 2025 – KPMG-Studie 2016
Konsumenten informieren sich erst im Internet, beziehen Rezensionen anderer Käufer in den Kaufentscheid ein, und kaufen schliesslich im Laden. Sie haben so die Chance, das online ausgewählte Produkt in Realität zu begutachten, das Material zu befühlen oder das Produkt anzuprobieren. Wenn das Produkt hält was es im Internet versprach, wird der Käufer sofort zum Besitzer und kann den Artikel mit nach Hause nehmen.
Dem lokalen Handel ist das sogenannte «Showrooming» verständlicherweise ein Dorn im Auge: Man spricht davon, wenn Interessenten sich im Fachgeschäft ausführlich beraten lassen, danach aber das Produkt online beim günstigsten Anbieter bestellen. Dieses nicht unbedingt faire Verhalten ist jedoch gar nicht so verbreitet, wie viele fürchten. Die Universität Fribourg hat mit einer Studie belegt, dass nur etwa 6 Prozent der Käufer so vorgehen, die grosse Mehrheit informiert sich erst im Internet und kauft danach mal im Netz und mal im Laden.
Insbesondere der Elektronik-Fachhandel bietet oft die Möglichkeit Artikel online zu bestellen und dann in lokalen Filialen abzuholen. Damit kann der Kunde die Wartezeit zwischen Online-Bestellung und Zustellung umgehen.

Beispiel Media Markt Schweiz

Auch Media Markt Schweiz reagiert auf das veränderte Kaufverhalten. Der Retailer kündigte diesen Frühling einen Strategiewechsel an, in dem er von den grossen Märkten mit 7000 bis 8000 m2 Verkaufsfläche wegkommt und stattdessen mit vielen kleineren Standorten das Online-Geschäft stützen will. Online-Kunden sollen ihre bestellte Ware möglichst in der Nähe abholen können. Dafür ist ein dichtes Netz an kleinen Filialen geplant.

6 Chancen, die der Online-Handel nicht hat

Soviel zur aktuellen Situation im Detailhandel. Wie der stationäre Händler konkret das veränderte Kaufverhalten zu seinen Gunsten nutzen und seine Vorteile gegenüber dem Online-Handel ausspielen kann, lesen Sie hier in Teil 2.